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Üben
in den Sommerferien??? |
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Sieben Empfehlungen und |
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Die Empfehlungen in Kurzform:
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1. Völlige Erholung für das Kind zumindest in den erstendrei, vier Wochen der Sommerferien!2. Machen Sie sich vor dem Üben ein genaues Bild davon,wo Ihr Kind momentan steht!3. Lassen Sie sich von Fachliteratur beraten: Rechnen magIhnen leicht erscheinen - beim Rechnen-Lernen zu helfen, ist es nicht!
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Zur Erläuterung :
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Ob nun in der betreffenden Zeile im Zeugnis ein 5er steht oder vielleicht (zumal in der Volksschule) doch nur ein 4er oder 3er: Gerade in Mathematik ergibt sich (nicht erst) zu Ende des Schuljahres für viele Kinder der ernüchternde Befund, dass sich gegenüber dem "Lernziel" der jeweiligen Schulstufe ein gewaltiger Rückstand aufgetan hat. Entsprechend häufig werden die Sommerferien von Eltern mit guten Vorsätzen begonnen – und in den Ohren der betroffenen Kinder mögen diese Vorsätze wie Drohungen klingen: "In den Ferien werden wir fleißig Rechnen üben!" Zuweilen gibt es wohl auch entsprechende "Aufträge" seitens der Lehrerin an die Eltern: "Sie müssen mit … während der Sommerferien das Einmaleins / das schriftliche Rechnen / die Zehnerüberschreitung üben, sonst wird es im nächsten Jahr nicht klappen!" Auch wir im Institut für Rechenschwächen bekommen gerade um die Zeugniszeit herum besonders viele Anfragen: Ob wir nicht Intensivkurse in den Sommerferien anböten? Was denn Eltern in den Sommerferien mit ihrem Kind üben könnten, damit es im Herbst in der nächsten Klasse besser da stehe? Daher unsere Empfehlungen, aber auch einige Warnungen, die uns
dringend geboten erscheinen. Man muss nämlich leider eines ganz deutlich
festhalten: Man kann beim Üben mit einem "rechenschwachen" Kind vieles falsch machen. Nicht jedes Üben ist gut; und manchmal ist tatsächlich Nicht-Üben der bessere Weg. |
Die Empfehlungen in ausführlicher Form: |
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Empfehlung Nummer |
Gönnen Sie Ihrem Kind zumindest in den ersten drei, vier Wochen der Sommerferien in jedem Fall völlige Erholung von allem Schulischen! |
| Denn gerade Kinder mit großen Lernrückständen brauchen nach Ablauf eines Schuljahres dringend Erholung. Die Lernrückstände sind ja nicht von heute auf morgen entstanden. Sie haben in der Regel schon während vieler Monate (Jahre?) dafür gesorgt, dass das Kind den Unterricht als besonders anstrengend und dennoch vor allem frustrierend erlebt. Oft wurden auch bereits über längere Zeit besondere Anstrengungen (vermehrtes Üben, Förderkurse, Nachhilfe…) unternommen, die mehr oder weniger Besserung gebracht, aber in jedem Fall zusätzlich erschöpft haben. Also ist erst einmal nur eines angesagt: Abschalten! Und seien Sie sich sicher: Diese Wochen werden im Sinne Ihres Kindes keine verlorene Zeit sein, sondern eindeutig ein Gewinn. |
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Empfehlung Nummer |
Bevor Sie mit Ihrem Kind auch nur ein Viertelstündchen üben, sollten Sie ein klares Bild haben von seinem mathematischen Entwicklungsstand. |
Uns ist bewusst, dass diese Empfehlung für mathematisch-pädagogische Laien schwer umzusetzen ist; dennoch müssen wir sie im Interesse der Kinder aussprechen. Worum es geht: Mathematisches Üben kann überhaupt nur dann fruchten im Sinne eines dauerhaften Lernzuwachses, wenn es dort ansetzt, wo ein Kind steht. Denn hier gilt die |
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Dringende Warnung: |
Wird in einem Bereich geübt, in welchem grundlegende Defizite oder Missverständnisse vorliegen, dann wird noch so zeitaufwändiges Üben die mathematische Lage des Kindes nicht bessern! |
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Näheres dazu unter: |
"Wir haben es doch so oft und so lange geübt, und schon am nächsten Tag (oder eben eine Woche später) ist es wie weggeblasen!" Diese leidvolle Erfahrung schildern uns Eltern in Beratungsgesprächen immer wieder; und man wird sie zwangsläufig machen, wenn man zuvor in der beschriebenen Weise "am Kind vorbei" geübt hat. Zum besseren Verständnis ein konkretes Beispiel: Ein häufiges Problem sogenannt "rechenschwacher" Kinder ist, dass sie (auch noch in der zweiten, dritten Volksschulklasse) Plus- und Minusaufgaben (vor allem bei Über- und Unterschreitungen reiner Zehner) nur zählend bewältigen können. Oft nehmen sie dafür die Finger zu Hilfe; mitunter verlegen sie sich aber auch auf ein "Weiterzählen im Kopf", weil sie sich für das "Fingerrechnen" schämen oder (immer wieder?) ermahnt wurden, "es doch ohne Finger" zu versuchen. (Zwischenbemerkung: "Weiterzählen im Kopf" ist um nichts besser als "Weiterzählen mit den Fingern", im Gegenteil: es strengt mehr an und führt häufiger zu Fehlern. Kinder, die Plus- und Minusaufgaben zählend lösen, brauchen mathematische Hilfe, um bessere Wege zu finden. Verbote und Ermahnungen, die Finger nicht zu verwenden, sind dagegen absolut kontraproduktiv und sollten unbedingt unterlassen werden!) |
Was passiert nun, wenn ein solcher "Zähler" Plus- und Minusaufgaben "übt" – "übt" in dem üblichen Sinne, dass er schriftlich oder mündlich immer wieder solche Aufgaben zur Bearbeitung vorgesetzt bekommt? Mangels Alternative wird das Kind diese Aufgaben wohl wieder nur zählend lösen. Es übt dann aber genau jene Lösungsstrategie, die eine zielführende mathematische Förderung gerade überwinden müsste, um dem Kind langfristig zu helfen. "Mehr üben" führt in diesem Fall also nicht zu "mehr können", sondern nur dazu, dass die bestehenden Defizite verfestigt werden. |
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Insofern muss obenstehende |
Üben im (bezogen auf den mathematischen Entwicklungsstand des Kindes) falschen Bereich kann dazu führen, dass genau jene Strategien und Denkweisen weiter verfestigt werden, welche das Kind mathematisch in eine Sackgasse gebracht haben. In diesem Fall ist aber nicht nur kein Fortschritt zu erwarten, die mathematische Problemlage wird vielmehr nur noch verschärft. |
Eine Verschärfung der Problemlage ist aber auch dadurch zu befürchten, dass im beschriebenen Fall das Kind eines wohl auch "lernt": Wie viel ich auch übe, wie sehr ich mich auch bemühe – es hilft nichts! Und diese sich wiederholende Erfahrung muss früher oder später fast zwangsläufig der kindlichen Psyche und Motivation großen Schaden bereiten! Zurück zur Empfehlung Nummer zwei: Was bedeutet es, sich ein "klares Bild vom mathematischen Entwicklungsstand" des Kindes zu verschaffen? Es bedeutet, dass Sie mehr wissen müssen als einfach nur: Das und das kann mein Kind nicht, dort und dort macht es immer wieder Fehler. Sie sollten vielmehr wissen (oder zumindest begründete Vermutungen darüber haben), wie ihr Kind denkt, wenn es mathematische Aufgaben zu lösen versucht:
Mit anderen Worten: Sie sollten über ein "mathematisches Profil" Ihres Kindes, eine "Förderdiagnose" seiner mathematischen Schwierigkeiten verfügen. Erst auf Grundlage einer solchen Förderdiagnose lässt sich entscheiden, in welchen Bereichen auf welche Weise sinnvoller Weise geübt werden soll. Die Erstellung einer Förderdiagnose erfordert ein hohes Maß an Fachwissen über Grundschulmathematik und deren Didaktik, über kindliche Lernprozesse und mögliche Irrwege und Störungen bei diesen Lernprozessen. Dieses Fachwissen ist nach derzeitigem Stand der Dinge auch bei vielen Grundschullehrerinnen nicht ausreichend vorhanden. (Darüber hinaus wird es selbst für Lehrerinnen mit entsprechendem Fachwissen aufgrund der Klassensituation mitunter nicht oder nur schwer möglich sein, den mathematischen Ist-Stand jedes einzelne Kind in der erforderlichen Weise zu analysieren und den Eltern entsprechend fundierte Ratschläge zu erteilen.) Sie sollten über Fragen des häuslichen Übens also zwar einerseits auf jeden Fall und zuallererst mit der Lehrerin Ihres Kindes sprechen. Sie sollten allerdings nicht enttäuscht oder gar empört sein, wenn die Lehrerin Ihnen keine detaillierte "Förderdiagnose" geben kann (die einzelne Lehrerin ist für den Stand der Lehreraus- und Fortbildung in Österreich nicht verantwortlich; und in der Regel zeigen Lehrerinnen großes Interesse an mathematischen Lernstörungen bei generell hohem Engangement für ihre Schülerinnen und Schüler!). Und Sie sollten darüber hinaus, wenn Sie "Aufträge" wie "Üben Sie während der Sommerferien das kleine Einmaleins!" bekommen, durchaus kritisch sein; kritisch im Sinne der Empfehlungen und Warnungen, die wir auf diesen Seiten aussprechen und begründen. Und für den Fall, dass Sie (schon alleine aufgrund Ihrer bisherigen,
gescheiterten Versuche) den Verdacht haben, dass das von der Lehrerin
empfohlene Üben in einem bestimmten Bereich derzeit mangels Voraussetzungen
nicht sinnvoll ist, dann sollten Sie diesen Verdacht unbedingt auch mit
der Lehrerin Ihres Kindes besprechen! |
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Näheres dazu unter:Zahlenvorstellung im Zahlenraum 10 |
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Empfehlung Nummer |
Üben Sie auf Grundlage von mathematik-didaktisch fundierten Überlegungen und nicht einfach im Sinne eines "je mehr Aufgaben, umso besser". Beachten Sie insbesondere, dass je nach Übungszweck bestimmte Materialien hilfreich, andere aber abträglich sein können; und dass vor allem nicht das Material selbst über Erfolg oder Misserfolg des Übens entscheidet, sondern die Art und Weise seiner Verwendung. |
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Auch diese Empfehlung ist, wir sind uns dessen bewusst, leicht ausgesprochen und schwer zu befolgen. Aber sie ist notwendig: Es sind einfach zu viele Übungsblatt-Sammlungen, Übungs-CD-Roms (und Schulbücher!) etc. im Umlauf, die in wesentlichen Punkten den Erkenntnissen der heutigen Mathematik-Didaktik widersprechen. Und es wird nur allzu oft Material in einer Weise verwendet, die mathematischen Einsichten hinderlich ist. Worum es stattdessen gehen würde:
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Näheres dazu unter: |
Diese Grundsätze im Detail auszuführen, würde den Rahmen sprengen, ist aber auch nicht notwendig, da Sie auf diesen Seiten und in den von uns in der Literaturliste empfohlenen Büchern zahlreiche konkrete Hinweise dafür finden, welche Art von Üben und Materialeinsatz sinnvoll ist – und was bestenfalls am Ziel vorbeischießt, im schlimmeren Fall sogar kontraproduktiv ist. Freilich: Wenn Sie die Anregungen dieser Internet-Seiten bzw. der empfohlenen didaktischen Fachbücher in der konkreten Arbeit mit einem Kind umsetzen zu können, dann müssen Sie sich auch wirklich in die Sache einlesen; Sie müssen sich tatsächlich in gewissem Sinne selbst zu einer Expertin, zu einem Experten für Mathematik-Fachdidaktik machen. Das ist ein ganzes Stück Arbeit, gewiss. Aber wenn Sie wirklich selbst mit Ihrem Kind mathematisch zielführend arbeiten wollen, werden Sie darum nicht herum kommen. |
Empfehlung Nummer |
Überprüfen Sie selbstkritisch die häusliche Übungssituation: Mit dem eigenen Kind zu üben, speziell mathematisch zu üben, erfordert (neben Fachwissen) ein hohes Maß an Geduld und Gelassenheit. Wenn Se diese Geduld und Gelassenheit nicht aufbringen
können, lassen Sie das Üben mit Ihrem Kind lieber sein! Vielleicht
gibt es im Kreis der Bekannten und weiteren Verwandten jemanden, der besser
als Sie geeignet ist, mit Ihrem Kind zu arbeiten. |
| Und schon wieder eine Empfehlung, die mitunter schwer umzusetzen sein wird! Aber auch mit diesem Rat befinden wir uns in Übereinstimmung mit der Fachwissenschaft. Jens Holger Lorenz und Hendrik Radatz etwa formulierten es in ihrem "Handbuch
des Förderns im Mathematikunterricht" ganz drastisch: Dabei wäre es völlig ungerecht, Eltern daraus einen Vorwurf zu machen: Die enge emotionale Bindung an ein Kind macht es nun einmal sehr, sehr schwer, eine stress- und angstfreie, motivierende und erst dadurch produktive Arbeitsatmosphäre herzustellen und über alle mit mathematischen Lernprozessen nun einmal unweigerlich verbundenen Schwierigkeiten hinweg aufrecht zu erhalten. Eltern, die sich ihrer Probleme dabei bewusst sind, können und sollen einerseits natürlich an sich arbeiten – und je besser sie aufgrund entsprechenden Fachwissens (schon wieder!) in der Lage sind, die Schwierigkeiten ihres Kindes zu verstehen, umso leichter wird es ihnen fallen, auch diese emotionale Seite des Übens in den Griff zu bekommen. Wenn sie das aber nicht (oder noch nicht) schaffen, sollten sie tatsächlich besser gar nicht üben, als durch regelmäßig beim Üben entstehende Familienkrisen alles nur noch schlimmer zu machen. Wenn aber alle genannten Bedingungen erfüllt sind:
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Empfehlung Nummer |
Üben ist in der Regel wirkungsvoller, wenn die Übungseinheiten regelmäßig stattfinden, dafür aber nicht zu lange dauern. Stundenlanges Üben an einzelnen Tagen mit langen Unterbrechungen zwischen den einzelnen Übungseinheiten ist dagegen wenig sinnvoll. |
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Was "nicht zu lange" in Bezug auf die Dauer der einzelnen Übungseinheit bedeutet, ist freilich von Kind zu Kind, von Übungsinhalt zu Übungsinhalt durchaus unterschiedlich zu bewerten. Bei konzentrationsintensiven Inhalten wie Kopfrechnen sollte man kaum länger als 10 bis 15 Minuten am Stück arbeiten. Wo es ums Merken und Memorieren geht, empfiehlt es sich aber, nach einem ersten (vielleicht auch nur fünfminütigen) Durchgang eine etwa halbstündige Pause (frei von anderen Lerninhalten!) einzulegen und dann eine Wiederholung derselben Inhalte zu machen – und damit die Übungseinheit abzuschließen. "Regelmäßig" bedeutet gerade im Bereich von Automatisationsübungen
sicher öfter als einmal pro Woche. Tägliches Üben wird
aber gerade in den Sommerferien oft unrealistisch sein; drei bis vier
Einheiten pro Woche werden aber (bei inhaltlich und methodisch richtigem
Vorgehen!) wohl motivierende Fortschritte nach sich ziehen. |
Empfehlung Nummer |
Versuchen Sie, mit Ihrem Kind eine (von Ihrem Kind geteilte!) Vereinbarung bezüglich des Mathematik-Lernens zu erreichen! An diese Vereinbarung haben sich beide Seiten zu halten – also auch Sie selbst! |
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Was ist gemeint? Üben kann nur erfolgreich sein, wenn Ihr Kind selbst üben will, motiviert ist. Dabei gilt generell:
dann können Sie auch zuversichtlich sein, dass Ihr Kind bereit ist, mitzumachen – in der Regel jedenfalls. In der Regel wird Ihr Kind nämlich selbst den Willen haben, sich in Mathematik zu verbessern; oft genug wird es (bei entsprechenden Aufgabenstellungen) echtes Interesse an mathematischen Fragen entwickeln; und sobald sich erste Erfolgserlebnisse einstellen, sind diese selbst wieder die beste Motivation, mit dem mathematischen Arbeiten weiterzumachen. Freilich: Wenn Ihr Kind bereits eine längere Leidensgeschichte mit Mathematik und Rechnen hinter sich hat, dann wird es (wir denken: verständlicher Weise!) erst einmal wenig davon begeistert sein, in den Sommerferien ausgerechnet in diesem Bereich zu arbeiten (während andere Kinder einfach nur ihre Ferien genießen). Wie Sie Ihr Kind dennoch dafür motivieren können – dafür gibt es leider keine Wunderformel, kein Patentrezept. Sie müssen sich aber, noch einmal, darüber im klaren sein: Ohne diese Motivation des Kindes, ohne seine Bereitschaft, auch geistig mitzumachen (und nicht einfach nur körperlich anwesend zu sein) ist alles Üben sinnlos. Wenn nun aber die Motivation grundsätzlich vorhanden ist, dann ist es für den Erhalt dieser Motivation außerordentlich förderlich, wenn nicht Sie als Eltern einfach vorschreiben, wann und wie lange jeweils geübt wird. Sondern Sie sollten mit Ihrem Kind gemeinsam einen "Übungsplan" erstellen – und sich dann auch selbst daran halten. Der Übungsplan besteht zunächst einmal darin, dass man sich (am besten noch vor Ferienbeginn) erstens darauf einigt, in welchen Wochen der Sommerferien das mathematische Üben überhaupt stattfinden soll. Das wird von den sonstigen Ferienplänen abhängen – wir würden zum Beispiel eher davon abraten, sich für einen Familienurlaub am Meer diesbezüglich überhaupt etwas vorzunehmen (was dann ja ohnedies in der Regel nie eingehalten wird). Die Sommerferien sind so lang, das wohl auch nach Abzug solcher "Zonen absoluter Lernfreiheit" noch genügend Zeit verbleibt. Was das Gesamt-Ausmaß des mathematischen Übens während der Sommerferien betrifft, lassen sich (abgesehen davon, dass die ersten drei, vier Wochen arbeitsfrei sein sollen) kaum allgemeingültige Empfehlungen abgeben. Es hängt alles davon ab, wie motiviert das Kind selbst ist (und für wie viele Wochen mit Übungseinheiten man es daher gewinnen kann); und natürlich vom Ausmaß und Schweregrad der Defizite. Man sollte sich aber über eines im Klaren sein: Im Falle einer massiven Rechenstörung würden selbst vier bis fünf Wochen mit noch so zielführend gestalteten Übungseinheiten nicht ausreichen, um das Problem gänzlich aus der Welt zu schaffen. Die Notwendigkeit gezielter Förderung stellt sich also so gut wie immer weit über die Sommerferien hinaus. Vielleicht lässt sich vor diesem Hintergrund leichter das "richtige
Maß" finden, die für das einzelne Kind in seiner individuellen
Lage bestmögliche Mischung aus gezielter Förderung und unerlässlicher
Erholung. Das dritte ist dann die Feinplanung, die wohl erst zu Beginn einer jeden Übungswoche stattfinden kann und soll: Schließlich geht es jetzt darum, konkret festzulegen, an welchen Tagen und zu welcher Tageszeit gearbeitet wird. Dabei muss/soll man natürlich Berufsleben, Alltagsnotwendigkeiten, Familienbesuche, Wetterbericht … so weit wie möglich mit einkalkulieren. Ziel ist, dass das Kind einen klaren Rahmen erhält, dass es weiß, was es erwartet, und dass es sich darauf verlassen kann: So viel wird gemacht – aber dann ist auch wieder Schluss. Absolut schädlich für die Motivation wäre es dagegen, nach dem Grundsatz vorzugehen: Wenn es "nicht gut geht", wenn das Kind also nicht den erhofften Fortschritt zeigt, dann müssen wir eben umso länger üben. Üben wird so zur "Strafe"; und bestraft zu werden, ist nie motivierend! Mit Hilfe des Übungsplans kann dem Kind hoffentlich auch eines deutlich gemacht werden: Während ein, zwei, drei Wochen im Laufe der nun ja wirklich langen Sommerferien an jeweils zwei, drei, vier Tagen für jeweils ein, zwei Viertelstunden zu arbeiten – das bedeutet nicht, dass es "keine Ferien" gibt. In diesem Sinne, abschließend: |
Empfehlung Nummer |
Gezielte Förderung und Ferienspaß müssen kein Widerspruch sein: Machen Sie in der Förderung Ihres Kindes keinen daraus, und bemühen Sie sich darum, dass Ihr Kind sie auch nicht als Widerspruch empfindet! |
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