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„Rechenschwächen“ |
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1) Wie aus „rechenschwachen“ |
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A) Warum man nicht darauf warten sollte, dass „der Knopf aufgeht“ C) Was Not tut: Die Schwierigkeiten nicht länger abtun, sondern gezielt dagegen arbeiten D) Die gar nicht so seltene Ausnahme: „Rechenschwäche“ in der AHS |
Warum man nicht darauf warten sollte,
dass „der Knopf aufgeht“ |
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„Könnte es nicht sein, dass ihr/ihm irgendwann einmal von selbst der Knopf aufgeht?“ – Diese Frage bekommen wir bei Beratungsgesprächen im Rechenschwächeinstitut häufig gestellt. Gestellt wird sie von Eltern, bei deren Kindern wir im Verlauf von förderdiagnostischen Abklärungen feststellen mussten, dass sie (in individuell höchst unterschiedlichen Ausprägungen)
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Man kann solche Schwierigkeiten als „Rechenschwäche“ bezeichnen, sollte dabei aber bedenken, dass es sich nicht einfach um einen im Kind ein für allemal angelegten „Defekt“ handelt, sondern immer um das (vorläufige!) Resultat von Lernprozessen. Bei einem „rechenschwachen“ Kind ist da offenbar einiges schief gelaufen; die Gründe dafür können höchst unterschiedlich sein. Aber auch „rechenschwache“ Kinder können lernen, die Grundlagen unseres Zahlensystems zu verstehen, die Rechenoperationen zu durchschauen und sicher anzuwenden. Aber sie müssen es eben erst lernen, und sie werden dabei in der Regel über einen längeren Zeitraum gezielte Förderung benötigen: Dass da „von selbst“ etwas „aufgeht“, ist höchst unwahrscheinlich – dagegen spricht schon der aufbauende Charakter der Mathematik, der Missverständnisse und Verständnislücken auf vorgelagerten Stufen mit Verständnisschwierigkeiten bis hin zur Chancenlosigkeit auf jeder weiteren Stufe bestraft. Wenn man da „wartet, bis der Knopf aufgeht“, werden die Probleme dieser Kinder nur weiter wachsen, vor allem auch deshalb, weil zu den Schwierigkeiten mit der Mathematik sehr häufig psychische Schwierigkeiten hinzutreten: „Ich bin zu blöd für Mathe!“ – „Wenn ich zu blöd für Mathe bin, dann bin ich wohl überhaupt zu blöd für die Schule!“ – „Mathe ist Blödsinn!“ – „Schule ist blöd!“ – „Üben bringt nichts!“ – „Warum lasst ihr mich nicht einfach in Ruhe, ich kapier’s sowieso nicht!“ … |
Der Regelfall, wenn in der Volksschule nicht gezielt gefördert wird:
Rechenschwäche“ in der Hauptschule |
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Es ist also leider absehbar, was aus „rechenschwachen“ VolksschülerInnen wird, sofern sie keine gezielte Förderung erhalten: Sie werden erst einmal zu „rechenschwachen“ SekundarschülerInnen – im Regelfall wohl zu HauptschülerInnen. Schließlich entscheidet die Mathematiknote am Ende der Volksschulzeit mit darüber, ob ein Kind in die AHS „darf“ oder in die Hauptschule „muss“. „Rechenschwäche“ in der Hauptschule ist also ein häufiges Phänomen, das auch mehr und mehr Gegenstand wissenschaftlicher Forschung wird. Wie aber gehen österreichische Hauptschulen derzeit mit „Rechenschwäche“ um? Aufgrund unserer 11jährigen Erfahrung in der Betreuung auch von „rechenschwachen“ HauptschülerInnen trauen wir uns zu behaupten:
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Damit keine Missverständnisse aufkommen: Das sind Thesen über die Hauptschule als System; es sind keine Schuldzuweisungen an HauptschullehrerInnen, von denen, das wissen wir aus vielen Gesprächen bei Fortbildungsveranstaltungen, viele selbst an diesem System verzweifeln; und die in der Regel in ihrer Ausbildung unzureichend (wenn überhaupt) darauf vorbereitet wurden, dass sie die Forderungen des Hauptschullehrplans an SchülerInnen exekutieren sollen, von denen ein beträchtlicher Anteil „rechenschwach“ ist. |
Zwei wissenschaftliche Arbeiten
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Um es noch einmal klar festzuhalten:
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Was Not tut: Die Schwierigkeiten nichtlänger abtun, sondern gezielt dagegen arbeiten |
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Aber ist es nicht längst „zu spät“, ist nicht „der Zug längst abgefahren“, wenn ein „rechenschwaches“ Kind erst einmal in der Hauptschule gelandet ist? Kann gezielte Förderung da überhaupt noch etwas bewirken? Und ob! Warum denn auch nicht: Die Kinder scheitern ja nicht deshalb an Mathematik, weil sie dafür prinzipiell „nicht begabt“ wären, sondern weil sie vom Beginn der Volksschule an grundlegende mathematische Missverständnisse mit sich herumschleppen, die ihnen dann zwangläufig auch das Verstehen des Sekundarschulstoffes erschweren bis verunmöglichen. Wenn aber diese Missverständnisse ausgeräumt werden, können auch diese Kinder begreifen, was Dezimalzahlen und Brüche sind, wie Prozentangaben zu verstehen sind und was es heißen soll, wenn auf einmal Buchstaben anstelle von Ziffern durch Rechenzeichen verbunden sind. Freilich: Mit jeder Woche, die ein „rechenschwaches“ Kind in wachsender Überforderung dem Sekundarschulstoff ausgesetzt ist, sinken die Chancen für die Überwindung seiner Schwierigkeiten. Einerseits deshalb, weil sich – zusätzlich zum nicht bewältigten Stoff der Grundstufe – immer mehr unverstandener Sekundarschulstoff anhäuft. Andererseits (und oft ist das entscheidend!) deshalb, weil das Kind ständig in seiner – zumeist in Volksschultagen längst aufgebauten – ablehnenden Haltung gegenüber der Mathematik bestärkt wird. |
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Zusammenfassend:
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Zu diesem Zweck erfolgt am Ende dieses Beitrags eine Auflistung von typischen Denkweisen, Missverständnissen, Schwierigkeiten eines „rechenschwachen“ Kindes beim Übertritt in die Sekundarstufe: Sie soll es LehrerInnen, Eltern, HorterzieherInnen ... ermöglichen, Anzeichen einer „Rechenschwäche“ spät, aber doch auch als solche zu erkennen. Sie kann und will die detaillierte förderdiagnostische Abklärung durch eine Fachfrau/einen Fachmann nicht ersetzen. Sie soll aber dafür sensibilisieren, bei einer Häufung der beschriebenen Verdachtsmomente nicht noch länger zuzuwarten; und sie soll davon abhalten, Pauken (also das Eintrainieren von unverstandenen Regeln) wird die Probleme langfristig nicht lösen, sondern verschärfen. Und Resignation ist nicht angebracht, weil die Probleme in der Regel sehr wohl lösbar sind. Die Auflistung ist als grobe Übersicht zu verstehen. Manches fehlt hier; andererseits wird kaum ein einzelnes Kind alle hier beschriebenen Probleme geballt mit sich herumschleppen. Zudem ist zu bedenken, dass „rechenschwache“ Kinder oft höchst erfinderisch sind im Entwickeln von individuellen Strategien, um ihre Schwächen zu verstecken. Es genügt also nicht, die Resultate ihrer mathematischen und rechnerischen Aktivitäten auf „richtig“ und „falsch“ zu überprüfen: Sie sollten stets herauszufinden versuchen, auf welche Weise, mit welchen Strategien, auf Grundlage welcher mathematischen Gedanken ein Kind zu diesen Resultaten gelangt. |
Die gar nicht so seltene Ausnahme:„Rechenschwäche“ in der AHS |
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Manchen Kindern gelingt das Verstecken, die „Kompensation“ von Verständnisdefiziten so gut, dass sie während der gesamten Volksschulzeit weitgehend „unauffällig“ bleiben – und es deshalb vielleicht sogar in die AHS schaffen (die gar nicht so seltene Ausnahme vom oben beschriebenen Regelfall). Dort werden dann aber auch bei diesen Kindern in der Regel schon bald viele der hier beschriebenen Defizite zum Vorschein kommen; die Auflistung ist also im Großen und Ganzen auch im AHS-Bereich gültig und sollte auch für AHS-SchülerInnen ernst genommen werden. Gut möglich, dass diese Kinder/Jugendlichen sich mit ihrem über vier Jahre bewiesenen Geschick im Kompensieren, ihren vermutlich überdurchschnittlichen Fähigkeiten im Auswendigmerken und Anwenden unverstandener Regeln, ihrem oft überdurchschnittlichen Fleiß (ohne all das hätten sie es nicht so weit geschafft!) auch noch das eine oder andere Jahr durch die AHS kämpfen. Aber das ist in der Regel mit gewaltigem, von Jahr zu Jahr steigendem Aufwand verbunden, der, weil er nicht an den Ursachen der Schwierigkeiten ansetzt, doch keine grundsätzliche Besserung bringt. Damit soll nicht bestritten werden, dass man sich auf diese Weise unter Umständen sogar bis zur Matura durchlavieren kann. Aber selbst wenn das klappt (was höchst unsicher ist): Die Alternative dazu kann aber auch bei Und damit sollte besser zu Beginn der fünften Schulstufe begonnen werden als dann, wenn aller Nachhilfe zu Trotz das erste „Nicht genügend“ im Zeugnis droht. |
Alle Texte zu „Rechenschwächen“ in Hauptschule, Mittelschule und AHS |
1) Wie aus „rechenschwachen“ VolksschülerInnen „rechenschwache“ Jugendliche werden 2) Woran „Rechenschwächen“ |
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